Albanien und Griechenland kombiniert: 10-14 Tage Reiseplan

Albanien und Griechenland kombiniert: 10-14 Tage Reiseplan

Albanien und Griechenland: Der perfekte Zwei-Länder-Reiseplan

Albanien und Griechenland bilden ein natürliches Reisepaar. Die beiden Länder teilen im Süden eine Grenze — ein kurzer, unkomplizierter Übergang zwischen Kakavia (Albanien) und Ioannina (Griechenland) — und die Fähre von Saranda nach Korfu dauert nur 45 Minuten über eine schmale Meerenge, wo sich albanische und griechische Gewässer begegnen. Dennoch fühlen sich die beiden Länder in Kultur, Preis, Atmosphäre und touristischer Infrastruktur völlig unterschiedlich an, was ihre Kombination wirklich lohnenswert macht: Der Kontrast vertieft das Erlebnis beider Länder.

Dieser Reiseplan nutzt Albanien als erste Hälfte und Griechenland (Korfu und optional Nordwest-Festland) als zweite, wobei man in Tirana einreist und mit der Fähre von Saranda nach Korfu ausreist. Er kann auch umgekehrt werden: Einflug nach Korfu, Überfahrt nach Saranda, Reise durch Albanien nach Norden und Heimflug von Tirana.

Kostenvergleich: Albanien kostet für gleichwertige Reisequalität rund 40–60 % weniger als Griechenland. Eine Woche in Albanien gefolgt von einer Woche in Griechenland ergibt insgesamt ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.


Die Überfahrt zwischen Albanien und Griechenland

Saranda nach Korfu mit der Fähre: Die beliebteste und spektakulärste Überfahrt. Finikas Lines und Ionian Cruises bedienen beide die Route; die Überfahrt dauert 45 Minuten und kostet ca. EUR 18–22 pro Person (EUR 35–40 Hin- und Rückfahrt). Im Sommer mehrere tägliche Abfahrten; im Winter eingeschränkter Fahrplan. Online oder an den Fährterminals in Saranda oder Korfu-Altstadt buchen.

Landübergang bei Kakavia: Der Grenzübergang Kakavia (24 Stunden geöffnet) verbindet Gjirokastra (Albanien) mit Ioannina (Griechenland) auf dem Landweg. Sammeltaxis fahren diese Strecke; die Fahrt dauert von Gjirokastra nach Ioannina 2,5–3 Stunden. Dies ist die beste Option, wenn man vor oder nach Albanien das nordwestliche griechische Festland besuchen möchte.

Landübergang bei Kapshtica/Krystallopigi: Der nordöstliche Übergang verbindet Korçë (Albanien) mit Florina/Thessaloniki (Griechenland). Nützlich, wenn der griechische Reiseplan eher Nordgriechenland oder Mazedonien als Korfu umfasst.


Der 10-Tage-Reiseplan: Zuerst Albanien, dann Korfu

Tage 1-2: Tirana

Ankunft in Tirana und zwei Tage zur Erkundung der albanischen Hauptstadt. Das Nationale Historische Museum liefert wichtigen Kontext zur albanischen Geschichte; BunkArt 2 dokumentiert die kommunistische Ära; das Blloku-Viertel und der Pazari i Ri-Markt zeigen die zeitgenössische Energie der Stadt.

Nehmen Sie am Tag 1 an einer geführten Tirana-Stadttour teil, um sofortigen historischen Kontext zu erhalten — das Verständnis von Albaniens kommunistischer Geschichte und der Transformation nach 1991 macht alles andere auf der Reise verständlicher.

Abends: Nehmen Sie an der Tirana Essenstour teil für eine umfassende Einführung in die albanische Kulinarik, bevor es in den Süden geht.

Den ausführlicheren Stadtführer finden Sie im 3-Tage-Tirana-Reiseplan.


Tag 3: Berat — UNESCO-Stadt der tausend Fenster

Morgenbus von Tirana nach Berat (2 Stunden, 400 Lekë). Den Nachmittag und Abend in der UNESCO-Stadt verbringen: Kalaja-Burg, das Onufri-Museum mit seinen außergewöhnlichen Ikonen aus dem 16. Jahrhundert, die Altstadt Mangalem und der Sonnenuntergangsblick vom Gorica-Viertel über den Osum.

Berat ist eine der schönsten Kleinstädte auf dem Balkan — auf einem Niveau mit den berühmten adriatischen Städten Kroatiens oder Montenegros, zu einem Bruchteil der Kosten.


Tag 4: Berat nach Gjirokastra

Bus oder Sammeltaxi nach Gjirokastra (2,5–3 Stunden). Nachmittag in der steinernen UNESCO-Stadt: die Burg mit dem erbeuteten US-Düsenjet, das Turmhaus Zekate und der alte Basar. Nehmen Sie an einer geführten Gjirokastra-Stadtführung teil, um diesen außergewöhnlichen Ort am besten zu verstehen.

Gjirokastra liegt nahe der griechischen Grenze — die Berge, die man vom Schloss aus nach Süden und Osten sieht, befinden sich auf griechischem Territorium. An klaren Tagen kann man gelegentlich die Silhouette von Korfu am Horizont erkennen.


Tag 5: Blaues Auge und Saranda

Morgen-Sammeltaxi von Gjirokastra Richtung Saranda (1,5 Stunden). Unterwegs beim Blauen Auge (Syri i Kaltër) anhalten — 25 km östlich von Saranda — bevor man ankommt. Das Blaue Auge ist eines von Albaniens visuell außergewöhnlichsten Naturphänomenen: eine leuchtend kobaltblaue Scheibe aus kaltem Karstquellwasser, die in einem alten Platanenwäldchen aufsteigt. Eintritt 100 Lekë.

Buchen Sie eine Best-of-Saranda-Tour, die das Blaue Auge, Butrint und Ksamil kombiniert — eine effiziente Tagesoption ab Saranda, die alle drei wichtigsten Highlights der Region abdeckt.

Ankunft in Saranda am frühen Nachmittag. Einchecken im Hotel (Saranda blickt direkt auf Korfu; ein Meerblickzimmer mit Blick auf die griechische Insel macht die letzte albanische Nacht unvergesslich). Meeresfrüchte-Abendessen auf der Promenade mit Korfu jenseits des Wassers.


Tag 6: Butrint und Ksamil — Albaniens Bestes

Morgen in Butrint (1.000 Lekë) — die UNESCO-Ausgrabungsstätte mit übereinandergelagerten griechischen, römischen, byzantinischen und venezianischen Geschichten auf einer bewaldeten Halbinsel. Zwei Stunden einplanen. Danach nach Ksamil — Albaniens schönster Strand: drei vorgelagerte Inseln, ionisch-klares Wasser und ein wunderschöner letzter Strandnachmittag in Albanien.

Rückkehr nach Saranda für ein frühes Abendessen und Vorbereitung auf die Korfu-Fähre am nächsten Tag.


Tag 7: Die Überfahrt — Saranda nach Korfu

Die Morgenfähre von Saranda nach Korfu nehmen — 45 Minuten über eine der großartigsten Meerengen der Welt. Die Überfahrt selbst ist malerisch: Saranda schrumpft hinter Ihnen, die albanischen Berge ragen über der Stadt auf, und die grüne Nordspitze Korfus nähert sich über dem blauen Wasser.

Buchen Sie einen Tagesausflug von Saranda nach Korfu-Stadt als Voraberkundung — wenn Sie mehrere Tage in Korfu verbringen, lässt sich mit dieser Tour Korfu-Altstadt mit einem Führer erkunden, bevor man für eine letzte Nacht nach Saranda zurückkehrt.

Korfu-Stadt ist ein UNESCO-Weltkulturerbe — die architektonisch bedeutendste Stadt der Ionischen Inseln, mit ihrer außergewöhnlichen Mischung aus venezianischen Arkaden, französischen neoklassizistischen Verwaltungsgebäuden aus der napoleonischen Zeit und britischer Kolonialinfrastruktur aus dem 19. Jahrhundert. Die beiden venezianischen Festungen (Alte Festung und Neue Festung), die Liston-Promenade (nach der Rue de Rivoli in Paris modelliert) und die engen venezianischen Gassen des Campiello-Viertels sind alle unbedingt sehenswert.

Einchecken im Korfu-Quartier. Der Kontrast zwischen Korfu und Saranda — beide an derselben engen Meerenge, 45 Minuten mit der Schnellfähre voneinander entfernt — ist sofort spürbar: Korfu ist teurer, stärker entwickelt, hat mehr touristische Infrastruktur, ist aber auch architektonisch aufwändiger gestaltet und liegt in einer üppig grünen Insellandschaft.


Tage 8-9: Korfu — Die Insel

Korfu belohnt langsames Erkunden. Neben der UNESCO-gelisteten Altstadt bietet die Insel:

Der Achilleion-Palast — der außergewöhnliche Klippenneoklassizismus-Palast, der 1890 von Kaiserin Elisabeth von Österreich (Sisi) erbaut und später von Kaiser Wilhelm II. bewohnt wurde. Seine Gärten, Fresken und Ausblicke sind bemerkenswert.

Paleokastritsa — der dramatisch schönste Strand auf Korfu, mit kobaltblauem Wasser in mehreren Buchten unter Kalksteinfelsen. Früh morgens besuchen, bevor die Boote ankommen.

Kanoni und Mauseiland — das Postkartenmotiv Korfus: eine winzige Kirche auf einem winzigen Inselchen in einer Lagune, mit einem bei Niedrigwasser begehbaren Damm.

Nordkorfu (Kassiopi, Nissaki) — ruhigere Strände, Dörfer mit lokalem Charakter, günstigere Restaurants.

Ein Mopedverleih (EUR 20–30/Tag) ist die beste Art, Korfu unabhängig zu erkunden; Busse decken die Hauptrouten ab, sind aber langsam.

Essen auf Korfu: Griechisches Essen ist ausgezeichnet, und Korfu hat einige unverwechselbare lokale Gerichte (Pastitsada — Rind in würziger Tomatensauce mit Nudeln; Sofrito — Kalbfleisch in Weißwein und Knoblauchsauce), die sich von der griechischen Festlandsküche unterscheiden. Budget EUR 25–40 pro Person für das Abendessen mit Wein in einem guten lokalen Restaurant.


Tag 10: Weiterreise oder Abreise

Von Korfu aus können Sie: nach Hause fliegen (Flughafen Korfu, CFU, hat Direktflüge in die meisten europäischen Städte); die Fähre zum griechischen Festland nehmen (Igoumenitsa, 90 Minuten); oder zu anderen Ionischen Inseln weiterreisen (Kefalonia, Ithaka, Lefkada mit der Fähre). Korfu ist ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für Inselhopping.


Die 14-Tage-Erweiterung

Mit 14 Tagen hinzufügen:

4 zusätzliche Tage in Albanien: Den Albanien-Teil auf Permet und die Benja-Thermalbäder ausweiten (Tag 5 in der 14-Tage-Version), oder den Norden ergänzen — Shkodra, der Koman-See und Valbona — für ein vollständigeres Albanien-Erlebnis. Den 14-Tage-Albanien-Reiseplan für die vollständige Südschleife konsultieren.

4 zusätzliche Tage in Griechenland: Das griechische Festland von Korfu aus ergänzen. Die Fähre von Korfu nach Igoumenitsa nehmen, dann Bus nach Ioannina (2 Stunden) — eine schöne Seestadt und Hauptstadt von Epirus, historisch durch die außergewöhnliche Karriere von Ali Pascha von Ioannina mit Albanien verbunden (der auch in der albanischen Geschichte bei Porto Palermo und Butrint auftaucht). Von Ioannina aus kann man die Vikos-Schlucht (eine der tiefsten Schluchten Europas) und die traditionellen Steindörfer der Zagori-Region besuchen, die dem Berat von Gjirokastra architektonisch verblüffend ähneln.


Albanien vs. Griechenland: Der Kontrast

Beide Länder hintereinander zu bereisen macht die Unterschiede greifbar statt theoretisch:

Preis: Albanien kostet für gleichwertige Qualität rund 40–60 % weniger als Griechenland. Ein gutes Abendessen in Saranda kostet EUR 12–18 pro Person; die gleiche Qualität auf Korfu kostet EUR 25–40.

Menschenmassen: Albanien außerhalb des Sommers ist auch an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten relativ unbesetzt. Korfu und die Ionischen Inseln sind im Sommer wirklich belebt; die Nebensaison (April–Mai, Oktober) ist dramatisch besser.

Infrastruktur: Griechenland hat bessere touristische Infrastruktur — mehr englischsprachiges Personal, zuverlässigere Buchungssysteme, verlässlicherer Transport. Albanien verbessert sich in all diesen Bereichen schnell, erfordert aber noch mehr Flexibilität und Selbstständigkeit.

Authentizität: Beide Länder haben echte Kultur, aber Albanien — mit seiner kürzeren Tourismusgeschichte — wirkt im Alltag oft authentischer. Die Menschen in Gjirokastra und Berat gehen ihrem Leben nach mit weniger Tourismus-Überdeckung als in vergleichbaren griechischen Städten.

Strände: Beide ausgezeichnet. Albanische Strände (Ksamil, Dhermi, Himara) sind in der Wasserqualität mit den besten griechischen Stränden vergleichbar und im Sommer deutlich weniger überfüllt und günstiger.


Kombiniertes Albanien-Griechenland-Budget

10-Tage-Version

KategorieGünstigMittelklasseKomfortabel
Unterkunft Albanien (6 Nächte)EUR 80–110EUR 180–270EUR 360–540
Unterkunft Griechenland (4 Nächte)EUR 80–120EUR 200–320EUR 400–640
Fähre Saranda–KorfuEUR 18–22EUR 18–22EUR 22–30
Transport (gesamt)EUR 30–45EUR 60–90EUR 120–200
Museen und EintritteEUR 30–38EUR 30–38EUR 30–38
Essen (Albanien, pro Tag)EUR 15–22EUR 30–50EUR 55–80
Essen (Griechenland, pro Tag)EUR 25–35EUR 45–70EUR 80–130
Aktivitäten und TourenEUR 20–50EUR 80–150EUR 200–400
Gesamt 10 TageEUR 490–680EUR 1.000–1.470EUR 2.000–3.200

Preise pro Person. Der Kostenunterschied zwischen dem albanischen und dem griechischen Teil ist erheblich; die kombinierte Reise mittelt sich auf gehobene europäische Mittelklassepreise.


Praktische Informationen für die Überfahrt

Fahrpläne: Aktuelle Fahrpläne bei Finikas Lines oder Ionian Cruises vor der Reise prüfen. Im Sommer (Juni–September) gibt es die meisten Überfahrten; Winterabfahrten sind begrenzt.

Einreisebestimmungen: Sowohl Albanien als auch Griechenland gehören zum Schengen-Raum (Griechenland seit 1997; Albanien ab 2025) — die aktuellen Einreisevoraussetzungen für den eigenen Pass prüfen. Inhaber von EU-, britischen, US-amerikanischen, kanadischen und australischen Pässen haben in der Regel mit keinem der beiden Länder Probleme.

Währungswechsel: Albanien verwendet albanische Lekë; Griechenland verwendet EUR. Alle verbleibenden Lekë in Saranda in EUR tauschen, bevor man die Fähre betritt — Geldautomaten auf Korfu geben EUR aus, und albanische Lekë sind außerhalb Albaniens nicht umtauschbar.

Zeitplanung: Die Fähre nach Korfu fährt im Sommer mehrmals täglich. Die früheste Morgenüberfahrt von Saranda ist typischerweise gegen 8:30–9:30 Uhr und kommt rechtzeitig für einen ganzen ersten Morgen in Korfu an. In der Hochsaison 1–2 Tage im Voraus buchen.


Korfu: Was man vor der Überfahrt wissen sollte

Fortbewegung auf Korfu: Korfu-Stadt ist kompakt und begehbar. Für den Rest der Insel stehen folgende Optionen zur Verfügung: lokale Busse (günstig aber langsam, auf Hauptstraßen beschränkt), Taxis (in der Stadt verfügbar, verhandeln oder Zähler nutzen), Moped- oder Rollerverleih (EUR 20–35/Tag, beste Option für Strandhopping) oder Mietwagen (EUR 35–60/Tag für einen Kleinwagen).

Korfu-Altstadt: Seit 2007 als UNESCO-Weltkulturerbe eingetragen, ist die Korfu-Altstadt eines der schönsten Beispiele mediterraner Kolonialarchitektur weltweit. Die beiden venezianischen Festungen — die Alte Festung (ab dem 15. Jahrhundert erbaut, spektakuläre Meeresausblicke, Eintritt EUR 6) und die Neue Festung (16. Jahrhundert, die besser erhaltene der beiden, Eintritt EUR 4) — flankieren die Altstadt. Dazwischen liegt die Spianada (der größte Platz in Griechenland), die Liston-Kolonnade (nach der Rue de Rivoli in Paris modelliert, während der französischen Herrschaft 1807–1814 erbaut) und das enge Campiello-Viertel — ein Labyrinth venezianischer Gassen, Wäscheleinen und Kirchenglocken, das eines der eindrucksvollsten historischen Viertel Griechenlands ist.

Essen auf Korfu: Die korfiote Küche ist stärker italienisch beeinflusst als die griechische Festlandsküche, was die 400+ Jahre venezianische Herrschaft widerspiegelt. Lokale Spezialitäten sind Pastitsada (Rind oder Hahn mit Pasta in würziger Tomatensauce), Sofrito (Kalbfleisch mit Knoblauch und Weißwein), Bourdeto (würziger Fischeintopf) und Kumquatlikör — die Kumquat ist Korfus Signaturfrucht und erscheint in Süßigkeiten, Marmeladen und alkoholischen Getränken auf der ganzen Insel. Restaurantpreise sind etwa doppelt so hoch wie in Albanien; ein gutes Abendessen mit Wein: EUR 25–40 pro Person.

Strände: Korfus beste Strände befinden sich an der Nord- und Westküste. Paleokastritsa (Westküste) ist das dramatischste — mehrere Buchten mit kobaltblauem Wasser unter Kalksteinfelsen, wunderschön, aber in der Hochsaison belebt. Sidari (Norden) hat den berühmten Canal d’Amour — einen schmalen Meereskanal durch Sandsteinfelsen. Agios Georgios und Agios Gordios an der Westküste sind lange Sandstrände mit entspannterer Atmosphäre.

Tagesausflüge ab Korfu: Die Insel ist ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für Tagesausflüge. Paxos und Antipaxos (1–1,5 Stunden mit dem Tragflügelboot) sind die nächsten Inseln mit berühmt klarem blauem Wasser. Die albanische Küste (Saranda, Butrint) ist mit dem Tagesfähre erreichbar — eine umgekehrte Version der gerade gemachten Fahrt.


Die perfekte Zwei-Länder-Route planen

An- und Abflug: Die effizienteste Route ist der Einflug in Tirana (TIA) und der Ausflug über Korfu (CFU) oder umgekehrt. Beide Flughäfen haben Direktflüge zu den wichtigsten europäischen Knotenpunkten; die Einwegstrecke vermeidet Rückwege. Alternativ kann man in Tirana ein- und ausfliegen und Korfu als per Fähre erreichbaren Abstecher behandeln.

Wie viel Zeit für jedes Land: Das Minimum, um Albanien zu spüren, sind 5–6 Tage; 8–10 Tage sind ideal für die südlichen Highlights. Korfu verdient mindestens 3 Nächte; mehr, wenn man über die Altstadt und die Hauptstrände hinaus erkunden möchte.

Wann reisen: Mai–Juni und September–Oktober sind für beide Länder ideal. Juli–August bietet ausgezeichnetes Wetter, aber Hochsaison-Gedränge und höhere Preise, besonders auf Korfu, das im Sommer Millionen britischer Touristen empfängt. Albanien ist auch im August weniger überfüllt als Korfu.

Lektüre-Empfehlung: Vor Albanien: Ismail Kadares „Chronik in Stein” (spielt in Gjirokastra während des Zweiten Weltkriegs) oder „Der zerrissene April” (spielt im albanischen Hochland) — beide liefern außergewöhnlichen Kontext für das Gesehene. Für Korfu: Gerald Durrells „Meine Familie und andere Tiere” (spielt auf Korfu in den 1930er Jahren) ist charmant; Lawrence Durrells „Prosperos Zelle” ist literarischer und atmosphärischer.

Fotografie: Beide Länder sind außerordentlich fotogen. Albaniens beste Fotomotive: Berats tausend Fenster im goldenen Stundenlicht, die Koman-See-Fähre im Morgennebel, die satte Farbe des Blauen Auges, die Gjirokastra-Burg von unten. Korfus beste: die Altstadtgassen in der blauen Stunde kurz nach Sonnenuntergang, Paleokastritsa von oben, die Achilleion-Palastgärten.


Alternative Route: Zuerst Griechenland, dann Albanien

Manche Reisenden ziehen es vor, in Griechenland zu beginnen und nach Albanien als abenteuerlicheres zweites Land zu wechseln:

Einflug nach Korfu → 4–5 Tage auf Korfu → Fähre nach Saranda → Reise durch Albanien nach Norden (Saranda, Gjirokastra, Blaues Auge, Berat, Tirana) → Heimflug von Tirana.

Diese Route hat den Vorteil, dass man vom Bekannten (Griechenland, gut entwickelte Touristeninfrastruktur) zum Abenteuerlichen (Albanien, rauer und überraschender) übergeht. Der Kontrast bei der 45-minütigen Fährüberfahrt — von einer entwickelten griechischen Insel zu einer kleinen albanischen Hafenstadt, die sich noch im Werden befindet — ist in dieser Richtung besonders eindrücklich.

Der Nachteil ist, dass Albaniens Süden für die meisten Erstbesucher interessanter ist als der Norden, und ein Einstieg über Saranda bedeutet, dass man das Beste Albaniens (Gjirokastra, Berat) erst nach mehreren Tagen im Land erreicht, anstatt gleich zu Beginn damit willkommen geheißen zu werden.

Keine Variante ist falsch; beide funktionieren gut. Die Wahl richtet sich nach Flugverfügbarkeit und ob man die Reise auf die albanischen Alpen hin oder von ihnen weg aufbauen möchte.


Die Albanien-Griechenland-Fähre: Alles Wissenswerte

Betreiber: Zwei Hauptfährgesellschaften bedienen die Strecke Saranda–Korfu: Finikas Lines und Ionian Cruises. Beide sind zuverlässig; die Fahrzeit ist gleich (ca. 45 Minuten mit der Schnellfähre). Die Ticketpreise sind bei beiden Anbietern ähnlich.

Buchung: Online-Buchung ist auf den Websites beider Anbieter möglich (Suche nach „Finikas Lines Saranda” oder „Ionian Cruises Saranda”). Im Sommer für beliebte Abfahrtszeiten 1–3 Tage im Voraus buchen. In der Nebensaison ist ein Kauf am selben Tag am Terminal in der Regel möglich.

Das Terminal in Korfu: Das Fährterminal in Saranda liegt an der Uferpromenade, 5 Gehminuten vom Zentrum entfernt. Das Terminal hat grundlegende Einrichtungen. 30–45 Minuten vor Abfahrt zum Einchecken erscheinen.

Was man für die Überfahrt mitnehmen sollte: Wenn man vor der Überfahrt aus der Unterkunft in Saranda ausgecheckt hat, hat man das gesamte Gepäck dabei. Die Fähre hat Indoor- und Outdoor-Sitzgelegenheiten; das Außendeck ist bei gutem Wetter angenehmer. Wasser und Snacks mitnehmen, wenn die Überfahrt zu einer ungünstigen Mahlzeit fällt.

Ankunft auf Korfu: Das Korfu-Fährterminal befindet sich im Neuen Hafen (Neos Limenas), ca. 1 km von der Korfu-Altstadt entfernt. Bus, Taxi und Fußweg funktionieren alle; Taxis in die Altstadt kosten ca. EUR 5.

Rückreiseoptionen von Korfu: Vom Flughafen Korfu (CFU) gibt es im Sommer Direktflüge nach London, Amsterdam, Brüssel, Rom, München und vielen anderen europäischen Städten. Der Flughafen ist 10 Minuten per Taxi von der Altstadt entfernt (ca. EUR 15). Korfu verbindet auch per Fähre mit dem griechischen Festland (Igoumenitsa, 90 Minuten) und nach Paxos (1,5 Stunden) für weitere Inselentdeckungen.


Erweiterung auf das griechische Festland

Von Korfu ist das griechische Festland (Igoumenitsa) mit der Fähre in nur 90 Minuten erreichbar. Weiteroptionen ab Igoumenitsa:

Ioannina (2 Stunden mit dem Bus): Eine schöne Seestadt mit gut erhaltenem Altstadtviertel, einem berühmten Basar und der außergewöhnlichen Insel in der Mitte des Sees, wo Ali Pascha von Ioannina (der auch in der albanischen Geschichte bei Porto Palermo und Gjirokastra auftaucht) 1822 von osmanischen Truppen getötet wurde. Die Vikos-Schlucht (eine der tiefsten Schluchten Europas) liegt 30 km von Ioannina entfernt.

Zagori-Dörfer (3 Stunden von Ioannina): Eine Region mit Steindörfern und Klöstern im Pindosgebirge, architektonisch auffallend ähnlich zu Gjirokastra — die gleiche osmanische Steinbautradition taucht auf beiden Seiten der Grenze auf. Ein faszinierend vergleichbares Pendant zu dem, was man in Albanien gesehen hat.

Thessaloniki (5 Stunden mit dem Bus ab Ioannina): Griechenlands zweitgrößte Stadt, mit byzantinischen Kirchen, römischen Ruinen, ausgezeichnetem Essen und lebendiger zeitgenössischer Kultur. Weiter mit dem Zug oder Bus in den Rest Griechenlands oder nach Nordmazedonien (siehe den Balkan-Kombinationsreiseplan).

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